Zoe Colville über die Lammzeit

Von Zoe Colville, The Chief Shepherdess

Ab etwa März fließt das Adrenalin in Strömen. Die Lammzeit rückt näher, wir haben die trächtigen Mutterschafe sicher und gut durch den unbarmherzigen Winter gebracht, das neue Gras sprießt und die Tage werden länger, aber die letzten Wochen vor der Geburt der Lämmer ziehen sich hin.

Chris and Zoe tending to the new born lambs

In so kurzer Zeit gibt so viel zu tun und wir sind ganz sicher nicht am Däumchen drehen, aber in gewisser Weise kann man sagen: das ist die Ruhe vor dem Sturm. Die erwartungsvolle Vorfreude darauf, ob Mutter Natur uns dieses Jahr wohlgesonnen sein wird, schweißnasse Hände, weil wir nicht wissen, ob wir die falschen Widder ausgewählt haben, und das Thema schlechthin, bei dem der Puls nach oben schnellt ... haben wir genug Gras? Alles sehr nervenaufreibend.

Ewe looking after her new born lambs

Der Beginn der Lammzeit ist immer etwas langweilig. Die Sehnsucht nach dem Rausch, die ersten Atemzüge der Lämmer zu sehen, die Tatsache, dass man mit sehr wenig Schlaf auskommen muss und diesenervöse Anspannung, die mit Erschöpfung und Zucker - sehr viel Zucker - einhergeht. Der Alltag wird ganz und gar über den Haufen geworfen, wenn du um 7 Uhr morgens Doughnuts isst, weil du schon seit drei Stunden auf den Beinen bist, und wenn du drei Tage hintereinander dieselben Socken trägst, aber es dir nicht einmal in den Sinn kommt, dass das eklig ist. Man wird selbstlos in Anbetracht dieser wuscheligen Mädchen, alles andere ist unwichtig, und das ist eine Wohltat, wenn man sein ganzes Leben damit verbracht hat, sich um Kleinigkeiten Sorgen zu machen.

A new born lamb on the farm

Ich habe es bestimmt schon einmal erwähnt und sage es hiermit noch einmal: Es sollte an Schulen auf dem Lehrplan stehen, dass Kinder bei der Lammzeit dabei sind. Es ist fast wie eine Therapie, vor dem Sonnenaufgang aufzustehen und in diesen sechs Wochen über die eigenen Grenzen zu gehen. So im Einklang mit dem Wetter und der Natur zu sein, ist sehr beruhigend. Wir wohnen in dieser Zeit außerdem in einem Wohnwagen auf dem Bauernhof und können so die Vögel hören und merken, ob es stürmt oder regnet. So etwas erdet einen ganz schön, wenn man daran gewöhnt ist, morgens von einem Wecker oder der Zentralheizung geweckt zu werden.

Zoe holding two lambs

Wenn alles in der Luft hängt und man keine Kontrolle über die Ereignisse des Tages hat, brauche ich eine Art Routine, sonst würde ich den Verstand verlieren. Es hilft, wenn man die Lämmer und Zicklein alle 3 bis 4 Stunden mit der Flasche füttern muss. Zum einen hat man so die Möglichkeit, sich endlich mal hinzusetzen, zum anderen ist es unglaublich entspannend, sich in dem ganzen Wahnsinn nur auf die eine Sache zu konzentrieren: dass die Kleinen ihre Milch trinken. Diese Zeit der Ruhe ist so wichtig für unsere geistige Gesundheit, und sobald ich wieder in der Realität angekommen bin, baue ich das auch in meinen Tagesablauf ein.

Zoe holding a lamb up against her.

Über The Little Farm Fridge

Zoe verbrachte den Großteil ihrer Kindheit im Freien, sie baute Zelte und spielte mit ihren Fantasietieren. Mit 18 zog sie nach London, um eine Ausbildung zur Friseurin zu machen, wo sie ihre ganze Zeit verbrachte, bis sie Chris kennenlernte und nach und nach wieder nach Kent zurückzog. Nach und nach haben sie sich immer mehr Tiere angeschafft und jetzt haben sie eine ganze Herde von Tieren, die in der ganzen Grafschaft (und darüber hinaus) grasen. Eines ist sicher: Die Leidenschaft für ihre Tiere ist allgegenwärtig. Ganz gleich, wie nass der Winter oder wie trocken der Sommer ist - sie streben immer nach dem Besten.

Zoe letting two lambs go back to their mother

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